Veröffentlicht:
Juli 29, 2021

Es muss nicht immer exotisch sein - Nutze die Kraft heimischer Superfoods!

Chiasamen, Papaya, Goji-Beeren und Adzukibohnen haben eines gemeinsam: Sie werden als Superfoods gepriesen und gelten als Wundermittel gegen Krankheiten. Allerdings stammen sie auch alle aus fernen Ländern und haben lange Transportwege hinter sich. Und dass, obwohl in heimischen Gärten und Äckern ebenfalls wahre Nährstoffbomben gedeihen.

Was sind Superfoods überhaupt?

Erst seit kurzer Zeit geistert der Begriff durch die Medien und die Clean Eating Community. Viele sehen darin eine weitere Marketingstrategie von Unternehmen, um exotische Produkte zu bewerben.

Vermutlich haben sie nicht ganz unrecht, denn kaum jemand spricht davon, dass auch bei uns heimische Superfoods wachsen.

Aber was verbirgt sich hinter diesem Begriff überhaupt?

Es gibt zwar keine genaue wissenschaftliche Definition, aber als Superfood wird im allgemeinen Gemüse und Obst bezeichnet, das besonders nährstoff- und vitaminreich ist und einen erwiesenen positiven Effekt auf die menschliche Gesundheit hat.

Sie sind sozusagen die Superhelden der Pflanzenwelt, die für mehr Leistungsfähigkeit und Vitalität sorgen.

Wer sich für einheimisches Powerfood entscheidet, tut nicht nur sich, sondern auch der Umwelt einen Gefallen. In Zeiten der Klimakrise ist es um so wichtiger, auf kurze Transportwege zu achten, die regionalen Produzenten zu fördern und sich den Superfoods aus dem eigenen Garten zu widmen.

Für Veganer kann das pflanzliche Powerfood fehlende Nährstoffe und Proteine ersetzen.

Schon Goethe schrieb: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Heimische Superfoods vs. Exoten

  • Vergleichbar mit Chisamen sind die bei uns heimischen Leinsamen. Beide zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren und Proteinen aus. Allerdings liegen die Leinsamen eine Nasenlänge vorne, denn sie enthalten beispielsweise 23 g Omega-3-Festsäuren pro 100 g, während die Chiasamen auf 17 g kommen. Leinsamen wirken außerdem verdauungsfördernd, knochenstärkend und regulieren den Cholesterinspiegel.
  • Eine hervorragende heimische Alternative zu Goji-Beeren sind die Schwarzen Johannisbeeren. Sie besitzen nicht nur einen hohen Gehalt an Vitamin C, sondern sind auch reich an Antioxidantien und sogar kalorienärmer als die Goji-Beeren. Die Schwarze Johannisbeere unterstützt den Körper dabei, Gift- und Schadstoffe abzubauen, sie stärkt das Immunsystem und wirkt sich positiv auf das seelische Gleichgewicht aus.
  • Ein Getreide-Superfood bzw. Supergrain, dem sich auch Veganer zuwenden sollten, ist Hirse. Das gesunde Power-Korn enthält besonders viel Zink, Eisen, Vitamin E, Antioxidantien und Carotine. Schon in der Steinzeit kann man den Hirseanbau nachweisen, während das glutenfreie Getreide bei den Griechen und Römern als Symbol der Fruchtbarkeit galt. Mit ihren zahlreichen Inhaltsstoffen kann die Hirse mehr als das vergleichbare exotische Quinoa.

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Superfoods aus dem eigenen Garten

  • Jeder kennt sie, doch die meisten meiden sie: Die Brennnessel. Schon alleine ihr Name lässt viele erschauern. Deshalb wird sie zu unrecht als Unkraut bezeichnet und rigoros aus den Gärten entfernt – ein Schicksal, das die Brennnessel mit vielen anderen einheimischen Powerpflanzen, wie Giersch, Löwenzahn und Franzosenkraut, teilt. Und dass, obwohl die krautige Pflanze zu den ältesten Naturheilmitteln gehört. Das ganze Jahr über kannst du alle Teile der Brennnessel nutzen, ob die grünen Pflanzenteile, die Samen oder die Wurzeln. Vor allem im Frühjahr strotzen die Triebe der Brennnessel nur so vor Vitamin C, Vitamin A, Magnesium, Kalzium und Eisen.
  • Auch die positive gesundheitliche Wirkung von Brokkoli wird oft unterschätzt. Kalzium, Magnesium und Karotin sind nur ein paar Inhaltsstoffe der langen Liste, zu der ebenso Vitamine B1, Vitamin B2, Vitamin B6 und Vitamin E gehören sowie Phosphor, Zink, Flavonoide und Lutein. Als Entzündungshemmer werden Brokkoli-Präparate gegen Arthritis und Arthrose eingesetzt. Das enthaltene Sulforaphan kommt bei Krebstherapien zum Einsatz.
  • Richtige Energiebündeln sind Sprossen aller Art. Am bekanntesten ist wohl die köstliche Gartenkresse, die jeder bequem daheim auf der Fensterbank ziehen kann. Aber genau genommen eignen sich alle keimfähigen Pflanzen als Sprossengemüse, seien es Kohlgewächse, wie Radieschen und Kohlrabi, Hülsenfrüchte, wie Erbsen und Linsen, oder Getreidepflanzen, wie Roggen und Gerste. Während der Keimung steigt der Gehalt an Vitaminen, Proteinen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen stark an.
  • Für lange Zeit war der Grünkohl aus heimischen Gärten verschwunden. Heute erfreut sich das typische Wintergemüse mit den zahlreichen positiven Inhaltsstoffen wieder größerer Beliebtheit. Neben einem hohen Gehalt an Senfölen, die krebsvorbeugend wirken, enthält Grünkohl viel Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E, Kalzium und Magnesium. Der Grünkohl stärkt also alle Bereiche des Körper, angefangen von Knochen über Arterien bis hin zu Augen und Haut.
  • Gegen Diabetes, Herzkrankheiten, Gelenkbeschwerden und sogar gegen Alzheimer wird dir Rote Beete eingesetzt. Auch Menschen, die an Eisenmangel und hohem Blutdruck leiden, sollten die Rote Beete öfter in ihren Speiseplan mit aufnehmen. Meistens wird die Rote Beete gekocht und dann als Salat zubereitet. Ihre Inhaltsstoffe und ebenso ihr intensiver Geschmack kommen aber am besten in der rohen, geraspelten Version zur Geltung.
  • Die wenigsten wissen, dass man auch Knoblauch als Superfood im heimischen Garten anbauen kann. Obwohl die Knoblauchpflanze ursprünglich aus Asien stammt, ist sie mittlerweile weltweit verbreitet. Du kannst das winterharte und ausdauernde Superfood sogar im Herbst einsetzen und darfst dich dann über einen höheren Ernteertrag freuen, als bei einer Aussaat im Frühjahr. Knoblauch wirkt nicht nur antibakteriell, sondern beugt auch Blutgerinnseln vor, senkt die Blutfettwerte und wirkt vorbeugend gegen Atherosklerose.
  • Hafer gehört zu den gesündesten Getreidesorten der Welt und besitzt den höchsten Vitamin-B-, Eiweiß- und Mineralstoffgehalt. Das ballaststoffreiche Getreide kommt meistens in Form von Haferflocken auf den Tisch. Du kannst den eisen-, magnesium- und zinkhältigen Hafer auch selbst ganz einfach mit anderen Superfoods im heimischen Garten anbauen.
  • Viele genießen Weintrauben am liebsten in flüssiger, alkoholischer Form. Aber die köstlichen Früchte einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit gehören dank ihrer zahlreichen Inhaltsstoffe ebenso zu den Superfoods. Durchblutungsfördernd, zellschützend, immunsystemstärkend und entschlackend sind nur ein paar Beispiele der positiven Eigenschaften. Als Traubenkernöl sind die Früchte der Weinrebe unter den Nahrungsergänzungsmitteln zu finden.

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Tipps zum Anbau von Superfoods im eigenen Garten

Wem Clean Eating, also chemiefreie, natürliche Nahrungsmitteln, wichtig ist, sollte bei Superfood auf Bio-Qualität und Regionalität achten. Auf der sicheren Seite bist du dabei, wenn du deine Vitamin- und Nährstoffbomben im eigenen Garten anbaust.

Du solltest dich jedoch vorab mit den jeweiligen Terminen für die richtige Zeit der Aussaat und Ernte beschäftigen. Auch die Bodenbeschaffenheit und die pflanzliche Nachbarschaft beeinflussen die Vitamin- und Nährstoffdichte der Pflanzen.

Am besten du fängst klein an und suchst dir für den Anfang ein bis zwei Lieblings-Superfoods. Zu genügsamen Superfood-Pflanzen gehören beispielsweise verschiedene Kräuter, wie Rosmarin, Thymian und Salbei. Diese können auch einfach im Topf gezogen werden.

Rezepttipp: Grüner Power Smoothie

1 Handvoll frische Brennnesselblätter
1 EL getrocknete Brennnesselsamen
1 Handvoll Blattsalat (auch Rucola)
1 Handvoll Eiswürfel
1/4 Salatgurke
1 Apfel
0,2 Liter Wasser

Empfehlenswert ist ein Hochleistungsmixer, der die vitalstoffreichen Zellulosewände der Pflanzenzellen problemlos aufbrechen kann.

Fazit

Die Verwendung von einheimischen Superfood hat zahlreiche Vorteile.

Abgesehen von kurzen Transportwegen, die sowohl für das Klima als auch für die Inhaltsstoffe der Pflanzen förderlich sind, überzeugen heimische Powerpflanzen mit ihren vielfältigen gesundheitsfördernden Eigenschaften und einem intensiven Geschmack.

Wer einheimisches Superfood noch dazu im eigenen Garten anbaut, schont gleichzeitig seine Geldbörse.

Nimmt man nur einmal das Beispiel Rucola: Hat die Salatpflanze einmal im Garten Fuß gefasst, sät sie sich jedes Jahr selbst nach. Kaufst du eine Packung Rucola im Geschäft, musst du mit mindestens 5 Euro pro Packung rechnen.

Titelbild Urheber: sanddebeautheil / 123RF Standard-Bild

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