Alles über Outdoor-Nahrung- und Ausrüstung

Eines haben wir alle gemeinsam -wir benötigen Energie, die wir über die Nahrung aufnehmen. Beim Outdoor-Sport erhöht sich dieser Bedarf an Energie deutlich.

Bei intensiven Wanderungen oder Bikepacking-Touren verbraucht der Körper ein Vielfaches an Kalorien im Vergleich zum Ruhezustand. Wie sieht also die optimale Outdoor-Versorgung aus? Welche Nahrungsmittel sind einfach zu transportieren und geben ausreichend Energie und Nährstoffe? Und welche Ausrüstung ist von Nöten?

In diesem umfangreichen Ratgeber gehe ich auf all diese Fragen genauer ein, damit du dich ideal auf deine Outdoor-Abenteuer vorbereiten kannst.

Folgende Inhalte erwarten dich:

Welche Nährstoffe benötigen Outdoor-Sportler?

Grundlagen der Outdoor-Nahrung für mehrtägige Touren

Die wichtigsten Outdoor Ernährungsprinzipien zusammengefasst

Kochausrüstung für Outdoor-Ernährung

Zwei Beispiel-Kochsysteme

Ernährung für Outdoor-Sportler

Egal ob Wandern, Kanufahren, Bergsteigen oder unterwegs auf einer Bikepacking-Tour – wer zu anhaltenden körperlichen Aktivitäten in der Natur aufbricht, sollte vorbereitet sein. Das betrifft nicht nur die körperliche Fitness, sondern ebenso die Ausrüstung und Proviant.

In Abhängigkeit von der Dauer einer Tour, der Anzahl der Personen, der Umgebung und deiner persönlichen Vorlieben variiert die Menge und die Art des Proviants.

Folgende Eigenschaften sollte der mitgeführte Proviant grundsätzlich aber immer erfüllen:

  • alle lebenswichtigen Nährstoffe enthalten.
  • Ausgewogen sein.
  • Ein geringes Gewicht aufweisen.
  • einen hohen Energiegehalt haben (Kohlenhydrataufnahme)
  • eine kontrollierte aber ausreichende Fettzufuhr sicherstellen
  • die Aufnahme hochwertiger Proteine ermöglichen
  • schmackhaft sein.
  • leicht sein und einfach zu transportieren sein.
  • mit den mitgeführten Kochutensilien zuzubereiten sein.

Für die meisten Outdoor- und Freizeitsportler geht es nicht um das Erzielen von sportlichen Höchstleistungen, dennoch sollte immer Wert auf eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung gelegt werden.

Eine ausgewogene und zudem noch leckere Ernährung ist nicht nur sinnvoll, um deinem Körper alles zu liefern, was er unter erhöhter Beanspruchung benötigt, es wirkt sich auch positiv auf die Stimmung und den Spaß aus.

Outdoor-Nahrung Ratgeber

Welche Nährstoffe benötigen Outdoor-Sportler?

Um beim Outdoor-Sport die erforderliche Leistungsfähigkeit erbringen zu können und nebenbei noch alle Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, braucht unser Organismus einen ausgewogenen Mix an bestimmten Stoffen: Vitamin B für den Stoffwechsel, Vitamin A für das Immunsystem, Folsäure für die Blutbildung usw. Fehlt einer dieser Bausteine bzw. ist er für unseren Körper nicht in ausreichender Menge verfügbar, drohen Mangelerscheinungen, die die Leistung beeinträchtigen können oder bei dauerhaftem Mangel sogar krank machen können.

Das ideale Nährstoffverhältnis bei Outdoor- bzw. Ausdauersportarten sieht in etwa so aus:

  • Kohlenhydrate: 60 %
  • Eiweiß: 12 - 16 %
  • Fette: 24 - 26 %

Speziell wenn du lange Touren in der Natur in Angriff nimmst, ist eine gewissenhafte Proviant- und Ausrüstungsplanung essenziell. Bei der Nahrungsmittelplanung sollte dein Augenmerk nicht nur auf den Hauptmahlzeiten liegen. Outdoor-Sportler, die längere Distanzen zurücklegen, benötigen auch schnell verfügbare Energie für zwischendurch. Du solltest daher immer einige Energielieferanten so verstauen, dass sie schnell erreichbar sind.

Energie-Riegel, Gels oder selbst hergestellte Power- Snacks eignen sich mit einem hohen Gehalt an Einfachzuckern besonders gut als schnelle Energielieferanten.

Ihre Energie kann vom Körper sofort verwendet werden. Energieeinbrüche, die z.B. ein steiler Gipfelanstieg oder eine zehrende Bergpassage verursacht haben, können so sehr schnell wieder ausgeglichen werden. Kohlenhydrate und Fette in der Nahrung sorgen zusätzlich für eine nachhaltige Energieversorgung.

Nicht ganz unwichtig: Dein persönlicher Geschmack spielt ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Wenn dir deine Outdoor-Nahrung nicht nur ausreichend Nährstoffe und Energie liefert, sondern auch noch gut schmeckt, steigt dein Dopamin-Spiegel und damit auch die Laune.

Kohlenhydrate

Kohlehydrate sind für alle Sportler äußerst wichtig. Sie werden in der Leber und den Muskeln gespeichert und sind der Treibstoff für unsere Energieerzeugung.

Bei anhaltender körperlicher Belastung sollte der Großteil deiner Nahrung aus Kohlenhydraten bestehen.

Es wird dabei üblicherweise von einem Anteil von ca. 60 Prozent der Gesamtkalorienmenge (pro Tag) ausgegangen.

Als aktiver Outdoor-Sportler/in solltest du in etwa 6-10 g Kohlehydrate pro Kilogramm Körpergewicht zu dir nehmen. Für einen 85 kg schweren Sportler bedeutet das ca. 450-750 g Kohlehydrate

empfehlenswerte Kohlenhydratquellen ungeeignete Kohlenhydratquellen
kohlenhydratreiche und stärkehaltige Lebensmittel - Getreidekörner - Vollkornprodukte - Hafer-, Weizenflocken - Hülsenfrüchte - Kartoffeln - Teigwaren, Brot, Reis etc. Zucker und zuckerhaltige Speisen und Getränke - Süßwaren - Softgetränke (Cola, Fanta, Limonaden) - Fruchtgummi - Eiscreme - Kuchen und Torten - Konfitüren etc.
frisches und tiefgefrorenes Obst - Birne, Apfel, Banane - Zitrusfrüchte - Beerenfrüchte - Ananas, Kiwi etc. Produkte aus stark ausgemahlenen Mehlen - Weißmehlprodukte - Toastbrot, Weißbrot, weiße Brötchen - Kekse und Backwaren
frisches und tiefgefrorenes Gemüse - Kohlgemüse (Rotkohl, Blumenkohl etc.) - Blattgemüse, Salate - Tomaten, Paprika, Gurke - Möhren etc. Obst aus Konserven (meist mit Zuckerzusatz)

Tab.: Übersicht geeigneter und ungeeigneter Kohlenhydratquellen für Sportler (Konopka, 2006; Friedrich, 2008 & Weineck, 2010)

Eiweisse / Proteine

Im Idealfall habe Proteine einen Anteil von ca. 12 bis 16 % deiner Energieaufnahme. Proteine sind einer der Grundbausteine unseres Körpers und übernehmen die verschiedensten Aufgaben. Sie sind Baustoff für Muskelfasern, Blut, Gewebe, Antikörper, Hormone und vieles mehr.

Die DGE empfiehlt für „Freizeit- bzw. Breitensportler“, die 4 - 5 Mal pro Woche ca. 30 Minuten aktiv sind eine Proteinaufnahme von 0,8 g/kg bzw. 1,0 g/kg Körpergewicht.

Bei regelmäßiger und andauernder körperlicher Belastung ist es empfehlenswert, die Proteinzufuhr nochmals zu erhöhen (ca. 90-110g).

Eine erhöhte Proteinmenge wird von deinem Körper für die Regeneration benötigt. Nach starken Belastungen baut dein Körper „Substanz“ ab.

Der Stoffwechsel befindet sich in der sogenannten „anabolen Stoffwechsellage“. Um kleinste Muskelverletzungen wieder zu reparieren und Kohlenhydratspeicher in Muskeln und Leber wieder aufzubauen, benötigt dein Körper unmittelbar nach der Belastung Flüssigkeit, Kohlehydrate und Proteine.

Zu geeigneten Proteinquellen zählen:

Tierische Quellen:

  • Mageres Fleisch,
  • Fisch,
  • Eier,
  • Käse,
  • Milch und Milchprodukte

Pflanzliche Quellen:

  • Hülsenfrüchte z.B. Soja, Linsen, Erbsen
  • Nüsse,
  • Pilze,
  • Brot,
  • Getreide und Getreideprodukte

Nicht alle Proteine können von unserem Körper gleich gut aufgenommen werden. Die sogenannte biologische Wertigkeit gibt an, wie viel eigenes Protein dein Körper aus 100g Nahrungsprotein bilden kann.

Der Grad der Aufnahme hängt von der Zusammensetzung der Aminosäuren im jeweiligen Lebensmittel ab. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass pflanzliche Eiweiße eine niedrigere biologische Wertigkeit besitzen als tierische.

Durch die Kombination von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln können fehlende Aminosäuren jedoch ergänzt und die biologische Wertigkeit einer Mahlzeit erhöht werden.

Fette und Öle

Nur die verbleibenden 24 bis 26 % deiner Gesamtenergieaufnahme sollten durch Fette abdeckt werden. Fette übernehmen wichtige Aufgaben in unserem Körper und sind lebensnotwendig. Fette dienen unter anderem dem Aufbau des Gehirns, der Nerven, der Leitfähigkeit, dem Zellaufbau sowie der Produktion körpereigener Botenstoffe.

Fett ist jedoch nicht gleich Fett - wie hoch die Qualität einzelner Fette ist, wird durch die Qualität der enthaltenen Fettsäuren bestimmt. 

Es gibt drei grundsätzliche Fettsäuren:

  • Gesättigte Fettsäuren
  • Ungesättigte Fettsäuren
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden zudem noch in Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren unterteilt.

Als besonders hochwertig gelten ungesättigte Fettsäuren, die beispielsweise in Oliven- oder Rapsöl vorkommen, sowie die Omega 3 Fettsäuren, die in Leinsamen und Fisch zu finden sind.

Die Fette in unserer Nahrung sind ebenso wie Kohlenhydrate, Energielieferanten und haben eine Schlüsselfunktion bei der Bereitstellung von Energie bei lang anhaltender Belastung.

Aus einem Gramm Fett wird zweieinhalb Mal mehr Energie bereitgestellt als aus einem Gramm Kohlehydrate. Du solltest daher nur etwa 1 – 1,5 g Fette pro Kilogramm Körpergewicht zu dir nehmen.

Ideale Lieferanten von hochwertigen Fetten sind:

  • Olivenöl, Haselnussöl,
  • Fisch (Makrele, Hering, Lachs, Forelle)
  • Walnüsse, Walnussöl,
  • Weizenkeimöl,
  • Leinsamen,
  • Mandeln, Mandelmus,
  • Avocados

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört auch eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Hierzu zählen u. a. Vitamin A, C, E und D, Folsäure, Vitamin B6 sowie Jod, Eisen, Kalzium, Magnesium und Zink.

Bevor du jetzt darüber nachdenkst, die Versorgung mit Mikronährstoffen durch Nahrungsergänzungsmittel zu optimieren, solltest du zuerst an deinen Ernährungsgewohnheiten arbeiten und dich auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung konzentrieren.

Mit diesen Lebensmitteln sorgst du für eine natürliche Zufuhr an Mikronährstoffen:

  • Kochsalz (Natriumchlorid)
  • Kartoffeln, Spinat, Soja, Aprikose, Banane, Apfel (-schorle), Reis (Kalium)
  • Milch/-Produkte, Eigelb, grünes Gemüse, Mandeln, Mineralwasser (Kalzium)
  • Soja, Weizenkeime, Vollkorngetreide, Milch, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Kakao, Mineralwasser (Magnesium)
  • Hülsenfrüchte, Getreide, Milch, Gemüse, Hefe, Nüsse, Fleisch (Zink)
  • Obst wie Hagebutte, Sandorn, schwarze Johannisbeeren oder Zitrusfrüchte und Gemüse wie Kohl, Paprika oder Kartoffeln (Vitamin C)
  • Fett, Fettfisch, Eigelb, Karotten, Grüngemüse (Vitamin A/Beta-Carotin)
  • Keimöl, Vollkorngetreide, grünes Gemüse (Vitamin E)
  • Grünes Gemüse, Fleisch, Fisch, Sauerkraut, Tomaten, Avocado (Vitamin K)
Outdoor Ernährung beim Camping

Allgemeine Richtlinien der DGE

Noch etwas konkreter bringt es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf den Punkt und empfiehlt für den Freizeitsportler eine vollwertige Ernährung nachfolgenden Richtlinien:

  • Kohlenhydratbetonte Mahlzeiten
  • Ausgewogenes Eiweißangebot (Fisch, Milchprodukte sowie Fettarmes Fleisch)
  • Moderate Fettzufuhr (Max. 30% der Gesamtenergieaufnahme)
  • Gesunde Zwischenmahlzeiten
  • Hohe, ausgewogene Nährstoffdichte (Obst und Gemüse)
  • Hinreichende Flüssigkeitszufuhr

Energiebedarf

Durch den Mix an Nahrungsmitteln wird eine ausgewogene Ernährung erreicht, die den Bedarf an Nährstoffen optimal abdeckt. Logischerweise verbraucht unser Körper beim Sport mehr Energie als bei einer anhaltenden sitzenden Tätigkeit.

Wie viel Kalorien verbraucht und damit auch benötigt werden, hängt den nachfolgenden Faktoren ab:

  • der ausgeübten Sportart,
  • dem körperlichen Einsatz und
  • der Dauer, der Belastung
  • der klimatischen Bedingungen
  • Alter, Geschlecht, Gewicht, Größe, Muskelmasse
  • Trainingszustand

In dem Positionspapier „Energiebedarf beim Sport“ der Arbeitsgruppe Sporternährung des DEG findest du die Methode, deinen individuellen Kalorienbedarf zu ermitteln. 

Die Grundlagen der Outdoor-Nahrung für mehrtägige Touren

Mit nur wenig Basiszutaten lassen sich bereits eine Menge Speise und Snacks herstellen.

Folgende Lebensmittel können zu leckeren und energiereichen Gerichten kombiniert werden:

  • Vollkornmehl (Kohlenhydrate)
  • Couscous (Kohlenhydrate, Ballaststoffe) und/oder Reis
  • Vollmilchpulver (Laktose, Vitamine A, B1-B12, zahlreiche Spurenelemente)
  • Eipulver (Eiweiß, Vitamine A, D, E, K)
  • Haferflocken (Kohlenhydrate, Vitamin B1 und B6, B7, Eisen, Magnesium, lösliche Ballaststoffe)

Etwas Wasser dazu und im Handumdrehen lassen sich zahlreiche Rezepte realisieren, die durch Beigabe verschiedener ergänzender Komponenten (Honig, Nüsse, Früchte, Gemüse, Fisch, Fleisch etc.) nach Geschmack und persönlichen Vorlieben variiert werden können.

Pfannkuchen, Porridge, Milchreis oder einfache Brotfladen sind nur einige Beispiele für die große Vielfalt an Speisen, die sich mit nur wenigen Grundzutaten herstellen lässt.

Trekkingnahrung

Trekkingnahrung ist bei vielen Outdoor-Sportlern sehr beliebt. Die gefriergetrockneten Fertiggerichte sind leicht, kompakt und somit gut zu transportieren.

Darüber hinaus ist Trekkingnahrung schnell zubereitet und durchaus schmackhaft.

Ein weiterer Vorteil: Dank der durchdachten Zusammenstellung der Inhaltsstoffe sind Trekking-Gerichte auf den hohen Energiebedarf von Outdoor-Sportlern abgestimmt und versorgen deinen Körper mit allem, was er unter dauerhafter Belastung benötigt.

So viel Effizienz hat natürlich ihren Preis – Trekkingnahrung ist daher keine besonders günstige Methode, sich unterwegs zu versorgen. Als Ergänzung zu deinem Basis-Proviant oder als Hauptmahlzeiten bei kurzen Touren ist Trekkingnahrung jedoch ideal.

Die richtige Ernährung vor dem Sport

Vor der nächsten körperlichen Anstrengung sollten deine Energiespeicher gefüllt sein. Um nicht mit vollem Magen aktiv zu werden, sollte die letzte kohlenhydratreiche Hauptmahlzeit ca. 2-3 Stunden vor dem Aufbruch eingenommen werden.

Auf schwere, fettige Speisen solltest du dabei verzichten. Speziell fette Lebensmittel verbleiben lange im Magen und können so führend der körperlichen Belastung für Übelkeit oder Sodbrennen sorgen.

Kleine Zwischenmahlzeiten und Energie-Booster wie Vollkornriegel oder Bananen kannst du bis kurz vor dem Beginn der sportlichen Betätigung einnehmen. Die Mahlzeiten solltest du immer mit ausreichend Flüssigkeit zu dir nehmen.

Die richtige Ernährung nach der Belastung

Nach dem Sport müssen die Glykogenspeicher wieder aufgefüllt werden. Das funktioniert am besten mit Mahlzeiten, die leicht verdauliche Kohlehydrate in Verbindung mit etwas Eiweiß und (wenig) Fett enthalten.

Kartoffel, Quark und Gemüse leisten hier zuverlässige Dienste.

Auch spezielle Trekkingnahrung füllt nach einer anstrengenden Wanderung oder Fahrradtour die Speicher wieder zuverlässig auf.

Pause nach langer Wanderung

Trinken aber richtig - Getränke für den Outdoor-Sportler

Die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit hat starken Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit während andauernder körperlicher Belastung.

Auch ohne jegliche Belastung sollte ein erwachsener Mensch 1,5 – 2 Liter täglich trinken. Kommen jetzt noch körperliche Belastung und das damit verbundene Schwitzen hinzu, reicht diese Menge nicht mehr aus.

Ein 90 kg schwerer Sportler verliert während des Laufens bei einer Außentemperatur von 15 C, bis zu 1,6 Liter Flüssigkeit pro Stunde (Quelle: DGE Positionspapier "Flüssigkeitsmanagement im Sport").

Der Körper verliert dabei nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Chlorid, Kalzium und Magnesium, die für viele Körperfunktionen wichtig sind.

Das regelmäßige Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher ist daher enorm wichtig. Es empfiehlt sich bei anhaltender sportlicher Betätigung alle 15 -20 Minuten kleinere Mengen (150-250 ml) zu sich zu nehmen.

Natriumreiche, stille Mineralwasser (mindestens 200 Milligramm Natrium pro Liter) oder Saftschorlen mit einem drittel Saftanteil (z. B. Apfel- oder Johannisbeersaft) eignen sich besonders gut, um Flüssigkeit und Mineralstoffe „aufzutanken“.

Die Getränke sollten möglichst wenig Zucker und Kohlensäure enthalten und nicht zu kalt sein.

Lebensmittel Nachschub

Um das Gewicht, dass du in deinem Rucksack oder in den Fahrradtaschen mitführst, so gering wie möglich zu halten, kannst du deine Proviantplanung so gestalten, dass du deine Vorräte regelmäßig unterwegs auffüllst.

Bei Touren durch besiedelte Gegenden oder touristisch erschlossenen Gebieten sollte das ohne Weiteres möglich sein.

Etwas schwieriger wird es in abgelegenen Gegenden wie etwa Hochgebirgsregionen oder Steppen. Du solltest dich im Vorfeld daher immer genau erkundigen, welche Optionen dir lokal zur Verfügung stehen.

Auch bei noch so guter Vorbereitung solltest du dich nie zu 100 % darauf verlassen, dass es vor Ort die Möglichkeit gibt einzukaufen. Du solltest daher immer eine ausreichende Reserve bei der Proviantplanung berücksichtigen. Z. B. in Form von gefriergetrockneter Trekkingnahrung.

Die wichtigsten Outdoor Ernährungsprinzipien zusammengefasst

Rechtzeitig vor der Belastung sollten die Kohlenhydratspeicher aufgefüllt werden (ca. 2-3 Stunden vor dem Aufbruch).

Die Proviantversorgung bereits bei der Tourenplanung berücksichtigen.

Immer ausreichend Trinken! Faustregel: Alle 15 -20 Minuten ca. 150-250 ml. Bei hohen Temperaturen mehr.

Je höher die Belastung, desto mehr Kohlenhydrate benötigst du.

Bei körperlicher Anstrengung über zwei Stunden regelmäßig kleine Mengen essen (ca. 100 Kalorien/Stunde).

Die Hauptmahlzeiten sollten kohlehydratbetont sein und das richtige Nährstoffverhältnis haben (Kohlenhydrate: 60 %, Eiweiß: 12 - 16 %, Fette: 24 - 26 %).

Leicht verdauliche Mahlzeiten (Kohlehydrate, Eiweiß und etwas Fett) füllen die leeren Glykogen Speicher nach dem Sport wieder auf.

Outdoor-Climbing

Outdoor-Kochausrüstung

Wer über mehrere Tage hinweg in der Natur unterwegs sein möchte, benötigt leichtes und komfortables Kochequipment für die Outdoor-Küche.

Kochausrüstung und Proviant machen einen großen Teil des Gewichtes aus, dass du im Rucksack oder in den Fahrradtaschen transportierst. Es lohnt sich also nicht nur auf die Funktion zu schauen, sondern das Gewicht spielt ebenfalls eine große Rolle.

Kocher

Kocher für den Outdoor-Einsatz sollen vor allem zuverlässig, leicht und effizient sein. Welche Arten von Kochern es gibt und worin sie sich unterscheiden, erfährst du im weiteren Verlauf dieses Ratgebers.

Die Effizienz des Kochers wird nicht nur durch den verwendeten Brennstoff beeinflusst, sondern auch durch die Kocher-Topf-Kombination.

In Abhängigkeit des Flammenbildes eines Kochers sollte der passende Topf gewählt werden. Ein Kocher mit einem sehr breitem Flammenbild, würde bei einem schmalen Topf beispielsweise einiges an Energie verschwenden, da die Flamme an der Seite ungenutzt entweichen kann.

Multifuel Kocher

Diese Kocher können mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden, z. B. mit Gas, Petroleum, Kerosin, Autobenzin und sogar Diesel (je nach Kocher). Durch diese Flexibilität eignen sich Multi-Fuel Kocher besonders für internationale Reisen, Expeditionen in großen Gruppen und Winterwanderungen.

Die Vielfalt der möglichen Brennstoffe macht Multifuel-Kocher besonders interessant für Outdoor-Abenteuer in Gegenden mit extremen Bedingungen und schlechter „Brennstoffversorgung“.

Im Vergleich zu Gas- oder Spirituskochern sind Multifuel-Kocher schwerer und bedingt durch die technisch aufwendigere Bauart auch wartungsintensiver. Werden weniger „saubere“ Brennstoffe verwendet, müssen Brennkopf und Düse regelmäßig gereinigt werden.

Auch die Bedienung gestaltet sich etwas aufwendiger als beispielsweise bei Gaskochern. Damit der Flüssigbrennstoff über den Schlauch zum Brenner gelangen kann, muss zunächst mithilfe einer integrierten Pumpe Druck in der Brennstoffflasche erzeugt werden.

Bevor es dann ans Kochen gehen kann, muss der Brenner “Vorgewärmt“ werden noch. Das geschieht häufig über eine sogenannten Vorwärmfilz, auf dem eine geringe Menge Brennstoff verbrannt wird, um den Brennkopf auf Temperatur zu bringen.

Vorteile Nachteile
+ Leistungsfähig bei Kälte und in Höhenlagen - Schwere als andere Kocher
+ Preiswerte Brennstoffe - Wartungsintensiv
+ Flexibel - Verfügbarkeit von Brennstoffen - Hohe Anschaffungskosten
- Aufwändigere Handhabung

Tab.: Übersicht der Vor- und Nachteile von Multifuel Kochern

Gaskocher

Gaskocher sind unter Outdoor-Köchen eine sehr beliebte Wahl und weit verbreitet. Für viele Naturfreunde , die sich nicht regelmäßig auf mehrtägige Expeditionen in abgelegenen Gegenden begeben, sind Gaskocher der perfekte Mix aus Bedienkomfort, Gewicht und Effektivität.

Betrieben werden diese Kocher mit einem Gasgemisch, das in praktischen Schraubkartuschen gekauft werden kann (Es gibt auch Modelle, die über eine Schlauchzuleitung verfügen).

Um den Gaskocher einsatzbereit zu machen, muss lediglich der Brenner auf die Gaskartusche geschraubt werden. Ein im Kocher enthaltener Dorn drückt hierbei das Ventil in der Kartusche nach unten und schon kann es losgehen. - Die Bedienung ist kinderleicht.

Nach dem Gebrauch kann die abgekühlte Gaskartusche einfach wieder abgeschraubt und eingepackt werden.

Manche Gaskocher verfügen über eine integrierte Pietzo-Zündung, sodass nicht man nicht einmal ein Feuerzeug benötigt, um die Flamme zu entfachen.

Tipp:  Sogenannte Systemkocher oder Kochsysteme beinhalten bereits aufeinander abgestimmte Komponenten (Brenner, Topf) und werden oftmals mit weiterem Zubehör (Standfuß, Windschutz), als komplettes Set angeboten. Dieses Rundumsorglos-Paket kann speziell für Outdoor- Anfänger interessant sein.

Vorteile Nachteile
+ Kompakt und leicht - Leistungsverlust bei Kälte in in großer Höhe
+ Wartungsarm - Brennstoff vergleichsweise teuer
+ Regulierbare Flamme - Verbrauch des Brennstoffes schwer einzuschätzen
+ Saubere, geruchlose Verbrennung

Tab.: Übersicht der Vor- und Nachteile von Gaskochern

Gaskocher Kochsystem

Systemkocher - Urheber: Outdor&Sports Company / Jetboil

Outdoor Gaskocher

Kompakter Gaskocher - Urheber: Outdor&Sports Company / Jetboil

Spirituskocher

Die Vorteile eines Spirituskochers liegen auf der Hand – Er ist leicht und günstig. Sofern du nur Wasser für deinen Tee oder deine Trekkingnahrung erhitzen musst, kann ein Spiritusbrenner die richtige Wahl für dich sein.

Wenn du jedoch mehrere Tage unterwegs bist und zudem noch etwas aufwendiger (und ggf. für mehrere Personen) kochen möchtest, eignet sich ein Spirituskocher nur bedingt – z. B. als Ersatzkocher.

Durch die nicht regulierbare Flamme ist der Spirituskocher sehr ineffizient und du musst etwas Geduld mitbringen, wenn du ihn im Einsatz hast.

Spirituskocher sind so einfach, wie sie nur sein können. Sie bestehen aus einem Brenner (ähnlich wie beim Fondue) und einem Ständer für den Topf. Bevor es mit dem Kochen losgehen kann, muss lediglich der Brennspiritus in den Brenner eingefüllt und anschließend entzündet werden.

Die simple Konstruktion ohne Schläuche oder bewegliche Teile ist sehr wartungsarm und funktionier in der Regel zuverlässig. Zudem ist Brennspiritus fast überall (günstig) erhältlich und verbrennt nahezu geräuschlos.

Tipp: Wenn du etwas handwerkliches Geschick besitzt, lassen sich Spirituskocher auch ganz einfach selber bauen. Aus einfachen Materialien, wie z.B. eine Dose, kannst du so eine leichten und günstigen DIY Kocher herstellen. Wie genau das funktioniert, erfährst du hier: Happy Hiker: So baut Ihr einen Dosenkocher / Spirituskocher

Vorteile Nachteile
+ Extrem leicht und kompakt - Geringer Wirkungsgrad - lange Kochzeiten
+ Kocher und Brennstoff sind preiswert - Flamme kann nicht reguliert werden
+ Leise Flamme ohne Geruch und Rauch - Windempfindlich
- Schlechte Leistung bei Kälte

Tab.: Übersicht der Vor- und Nachteile von Spirituskochern

Esbit Kocher

Im Gegensatz zu Gas- oder Spiritusbrennern werden Esbit Kocher nicht mit flüssigem oder gasförmigem Brennstoff betrieben, sondern mit dem Festbrennstoff „Esbit (oder auch Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform) betrieben.

Esbitkocher sind im Grunde noch simpler als Spirituskocher.

Um Einsatzfähig zu sein, benötigt man lediglich eine Feuerfeste Unterlage (z. B. Stein oder eine kleine Metallunterlage), eine Esbit-Tablette und einen passenden Topfständer.

Jetzt nur noch anzünden, Topf aufsetzen und loskochen. Zudem sind Esbitkocher durch ihre minimalistische Funktionsweise extrem leicht und daher ideal als Notkocher oder als Kocher für simple Anwendungen wie Wasser erhitzen, geeignet.

Somit sind wir auch schon am Ender der Vorzüge von Esbit Kochern angelangt. Abgesehen von den langen Kochzeiten sind Festbrennstoffkocher bei Wind und Kälte nicht sehr leistungsfähig. Wenn der Kocher nicht mit einem Windschutz ausgestattet ist, solltest du dir einen provisorischen Schutz errichten, damit der Kocher richtig funktioniert.

Esbit-Tabletten sind teurer als andere Brennstoffe und in den nicht flächendeckend zu erhalten. Außerdem erzeugen die Festbrennstoff-Tabletten einen unangenehmen Geruch und hinterlassen einen klebrigen Rückstand auf dem Boden, wenn sie ausgebrannt sind.

In Anbetracht der Vor- und Nachteile sind Festbrennstoffkocher normalerweise nicht die erste Wahl, wenn es darum geht, sich für einen Kocher zu entscheiden. Dennoch haben sie als Notfall-Kocher oder in einem minimalistischem Wander-Set-up durchaus ihre Vorteile.

Vorteile Nachteile
+ Extrem leicht und kompakt - Geringer Wirkungsgrad - lange Kochzeiten
+ Kocher ist sehr günstig - Hinterlässt klebrige Rückstände
+ Leiser Betrieb - Windempfindlich
+ Brennstoff kann nicht auslaufen - Schlechte Leistung bei Kälte und Wind
+ Tablette kann gelöscht und wiederverwendet werden - Unangenehmer Geruch
- Brennstoff nicht flächendeckend verfügbar

Tab.: Übersicht der Vor- und Nachteile von Esbit Kochern

Holzkocher

Wenn du eh schon in der Natur unterwegs bist, dann kannst du dich beim Thema Brennstoff auch bei ihr bedienen! – Das ist der ‚Ansatz von Holzkochern.

Holzkocher sind in der Backpacking-und Bushcraft Gemeinschaft sehr beliebt und das aus gutem Grund. Anstatt Brennstoffkartuschen oder Spiritus mitschleppen zu müssen, benötigt man lediglich ein paar Stöcke und Äste, um eine Flamme zu entfachen.

Beim Kochen mit offener Flamme ist jedoch immer Vorsicht geboten. Im Gegensatz zu offenen Lagerfeuern schonen Holzkocher den Waldboden und minimieren die Waldbrandgefahr.

Der Aufbau eines Holz-Kochers ist vergleichbar mit einem „Anzündkamin“, der zum entzünden von Grillkohle verwendet wird. Im Inneren dieses Kamines dient ein „Boden“ als Brennraum und schützt somit den darunterliegenden natürlichen Untergrund.

Die Handhabung des Kochers ist im Vergleich zu den Alternativen mit Fest- oder Flüssigbrennstoffen etwas anders. Zunächst muss einmal geeignetes Brennmaterial zusammengesucht werden, um im Anschluss das Feuer zu entzünden.

Während des Betriebs muss nun regelmäßig für Holznachschub gesorgt werden. Nach Gebrauch muss das Feuer vollständig ausbrennen und die entstandene Asche so entsorgt werden, dass keine Gefahr in Form von Schwelbränden mehr entstehen kann.

Viele Outdoor-Abenteurer haben immer noch eine Esbit oder Spirituskocher als Reserve dabei, falls sie einmal keine Lust auf holzsammeln haben oder es in der Gegend gerade kein geeignetes Brennmaterial gibt.

Tipp:  Mithilfe einer Esbit-Tablette oder einem Spiritusbrenner lässt sich ein Holzkocher auch schnell zu einem Fest- oder Flüssigbrennstoffkocher umfunktionieren.

Vorteile Nachteile
+ Kostenloser Brennstoff - Geringer Wirkungsgrad
+ Spaß- und Nostalgiefaktor - Abhängig von Holz-Verfügbarkeit
+ Erneuerbare, nachhaltige Brennstoffquelle - Rußentwicklung
- Nicht überall einsetzbar (Waldbranntgefahr)

Tab.: Übersicht der Vor- und Nachteile von Holzkochern

Outdoor-Adventure
Kocher Brennstoffe

Die Wahl des Kochers geht auch immer mit der Wahl des geeigneten Brennstoffes einher. Die verschiedenen Eigenschaften der Brennstoffe haben wir bereits bei der Vorstellung der verschiedenen Kocher-Arten angesprochen.

Damit du den Brennstoff auswählen kannst, der am besten zu deinen Anwendungsfällen und Bedürfnissen passt, solltest du folgende Aspekte beachten:

  • Einsatzregion und vorherrschende Temperaturen
  • Heizwert
  • Verfügbarkeit in der Reiseregion
  • Verpackungsgröße / Gewicht
  • Gruppengröße
  • Gewicht des verwendbaren Kochers
  • Länge der Tour

Nachfolgende findest du die Eigenschaften der unterschiedlichen Brennstoffe gegenübergestellt.

Tab.: Gegenüberstellung von Brennstoffeigenschaften

Kocher Zubehör

Wenn du beim Kauf eines Kochers nicht auf ein Kocher-Set zurückgegriffen hast, das bereits das notwendige Zubehör enthält, kann es sinnvoll sein, weiteres Zubehör anzuschaffen.

Windschutz

Um die Flamme des Kochers so effizient wie möglich einzusetzen, ist es erforderlich, einen passenden Windschutz für deinen Kocher einzusetzen. Mehr effizient spart nicht nur Brennstoff, sondern lässt auch deine Outdoor-Mahlzeit schneller warm werden.

Besonders gut lassen sich Spiritus, Esbit, oder frei stehende Gas oder Multifuel Kocher (mit Schlauch) durch einen Windschutz schützen, da ausreichend Platz zum Aufstellen des Windschutzes vorhanden ist.

Kochsysteme oder Systemkocher sind in der Regel bereits mit einem passenden Windschutz ausgestattet. Oft besteht dieser aus leichtem Aluminium, das sich für den Transport platzsparend zusammenrollen lässt.

Bei Gaskochern mit Schraubkartuschen muss beim Einsatz eines Windschutzes darauf geachtet werde, dass kein „Wärmestau“ entsteht, der die Gaskartusche zu sehr erwärmt.

Ein zu starkes Erhitzen der Kartuschen (über 50 Grad) kann im schlimmsten Fall zum Platzen führen. Ein Windschutz für Gaskocher mit Schraubkartuschen ist daher oft halbseitig geöffnet oder mit zusätzlichen Lüftungsschlitzen versehen.

Tipp: Im Netz finden sich viele DIY-Anleitungen, die zeigen, wie du einen Windschutz ganz einfach selber herstellen kannst. 

Bodenschutz

„Leave no trace“ – hinterlasse keine Spuren! Das sollte die Devise eines jeden Outdoor-Abenteurers sein. Deshalb gilt es, besonders bei der Verwendung eines Holzkochers den Boden schützen.

Aber nicht nur bei Holzkochern kann ein Bodenschutz sinnvoll sein. Auch bei anderen (Bodennahen) Kocher-Arten kann als Hitzereflektor dienen und trägt somit zur Steigerung der Effizienz bei.

Zünder

Wenn du ein Feuer entfachen möchtest, benötigst du einen Zünder. Das gute alte Feuerzeug oder eine Schachtel Streichhölzer sind oft verwendete Standard-Zünder. Der Vollständigkeit halber möchte ich hier aber noch auf drei Alternativen dazu eingehen.

Piezozünder sind oftmals schon in Systemkochern integriert. Es gibt sie aber auch einzeln. Piezozünder erzeugen durch den piezoelektrischen Effekt einen Funken, der sich besonders gut für die Entzündung von Gas oder Flüssigbrennstoffen eignet. Tipp: Der piezoelektronische Effekt funktioniert in großen Höhen (über 2500 m ü. NN) nicht mehr zuverlässig. Wenn du hoch hinauswillst, solltest du einen anderen Zünder wählen.

Feuersteinzünder haben die gleiche Funktionsweise wie ein Gasfeuerzeug mit einer „Reibzündung“, kommen nur ohne Gas aus.

Zündstab (Magnesium). Mit einem speziellen Schaber oder mit dem Rücken deines Messers wird schnell und mit Druck über den Magnesiumstab „geschabt“. Dabei entstehen Funken, die Gas oder Flüssigbrennstoff entzünden können. Der Umgang erfordert etwas Übung, aber dafür ist ein Magnesiumfeuerstahl bei jedem Wetter einsatzbereit.

Outdoor-Camp mit Lagerfeuer

Urheber: Outdor&Sports Company / ENO

Outdoor-Geschirr

Mit einem Kocher, hast du bereits den Grundstein für das Kochen in freier Natur gelegt. Um deine Outdoor-Mahlzeit genießen zu können fehlt jetzt nur noch ein wenig Zubehör, damit du loslegen kannst.

Töpfe

Neben dem Kocher ist der richtige Topf das wichtigste Element deiner Koch-Ausrüstung. Der Topf hat Einfluss darauf, wie schnell dein Essen erhitzt, welche Menge an Nahrung du zubereiten kannst und wie viel Gewicht du transportieren musst.

Auswahlkriterien für Töpfe

Um den optimalen Topf für dich zu finden, solltest du folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Verwendeter Brennstoff
  • Größer der Gruppe / Mahlzeiten
  • Packmaß
  • Gewicht / Volumen
  • Flammenbild des Kochers
  • Topfständer des Kochers

Kochst du überwiegend über offenem Feuer? Dann solltest du darauf achten, dass der Topf deiner Wahl keine Kunststoffummantelten Griffe hat. Diese schmelzen schnell dahin. Ein Topf ohne isolierte Griffe in Kombination mit einer Topfzange wären für diesen Einsatzzweck die bessere Wahl.

Wenn du alleine oder zu zweit auf Tour bist, reicht ein 750 ml großer Topf aus, um für ausreichend Verpflegung zu sorgen. Bei größeren Gruppen wirst du mit dieser Topfgröße wenig Freude haben und stundenlang am Kocher stehen. Hier empfehlen sich größere oder mehrere Töpfe, um den Hunger der Outdoor-Gruppe zügig zu stillen.

Topfform

Es sind verschiedenen Topfformen für den Outdoor-Einsatz vorzufinden. Maßgeblich unterscheiden sich die Töpfe in zwei Grundformen:

  • Schmale, becherähnliche Töpfe;
  • Klassische breitere Töpfe

Der eingesetzte Topf muss zum Flammenbild des Brenners passen.

Ist die Flamme breit und Flach, vergeudest du wertvollen Brennstoff und Energie, wenn du einen schmalen Topf verwendest. Die Flammen schlagen an den Topfseiten nach oben und verpuffen wirkungslos.

Daher gilt beim Topf kauf: breites Flammenbild > größerer Topf-Durchmesser, enges Flammenbild > schmaler Topf-Durchmesser.

Beim Thema Packmaß haben schmale Töpfe die Nase vorne. Auch beim Deckel, der bei einem Topf mit großem Durchmesser verhältnismäßig immer schwerer sein wird, punkten die schmalen Outdoor-Töpfe.

Für große Gruppen oder aufwendigere Outdoor-Gerichte sind die klassischen Töpfe etwas besser geeignet. Durch den größeren Durchmesser sind zugänglicher und man kann besser im Topf arbeiten.

Sonderfall: Topf mit Wärmetauscher

Kochsysteme (meist bei Gaskochern) sind häufig mit Töpfen ausgestattet, die über ein integriertes Wärmetauscher-System verfügen. Dabei ist ein Ringförmiger, mit Lamellen versehener Wärmetauscher aus Metall am Topfboden integriert.

Die Lamellen sorgen dabei dafür, dass die Hitze der Flamme besser zu den Topfwänden geleitet wird.

Dadurch verspricht man sich einen höheren Wirkungsgrad. In Kombination mit einem Windschutz kann dieser noch mal erhöht werden. Im Gegensatz zu der Wirkungsgraderhöhung steht bei dieser Topfvariante, das höhere Gewicht und das größere Packmaß.

Outdoor-Kochsystem

Topf mit Wärmetauscher - Urheber: Outdor&Sports Company / Jetboil

Titan Topf auf Spirutuskocher

Titan-Topf im Einsatz - Urheber: everst / 123RF Standard-Bild

Deckel

Jeder Topf findet seinen Deckel! So sollte es auch beim Topf für deinen Outdoor-Kocher sein.

Möchtest du effizient und brennstoffsparend kochen, geht kein Weg an einem Topfdeckel vorbei. Kochsystem verfügen meist über passende Topfdeckel. Es ist aber auch kein Problem, Deckel einzeln zu kaufen.

Besonders praktisch sind Topf-Deckel Kombinationen mit Schraubverschluss. So lassen sich bei Bedarf auch Flüssigkeiten wie z. B. Suppen transportieren.

Topfmaterial

Das Material eines Topfes bestimmt dessen Eigenschaften und hat somit Einfluss auf das Gewicht, die Stabilität und besonders auf die Wärmeleitfähigkeit.

Die unten stehende Tabelle stellt die verschiedenen Eigenschaften gegenüber:

Tab.: Materialeigenschaften von Kocher-Töpfen

Outdoor-Besteck

Ein komplettes Besteck-Set ist unterwegs nicht notwendig. Getrieben durch den minimalistischen Ansatz setzen viele Outdoor-Sportler auf eine unschlagbare Geheimwaffe- den Göffel.

Ein Göffel ist eine Kombination aus Gabel und Löffel und meist völlig ausreichend, um bei mehrtägigen Touren dafür zu sorgen, dass nicht mit Fingern gegessen werden muss.

Göffel gibt es in verschiedenen Ausführungen und aus verschiedenen Materialien. Auch wenn der Anschaffungspreis etwas höher ausfällt, sind Göffel aus Titan eine absolute Kaufempfehlung.

Beim Kauf solltest du besonders auf die Länge des Göffels achten. Der Stiel sollte möglichst lang sein, damit problemlos aus schmalen, langen Töpfen oder direkt aus der Verpackung von Trekkingnahrungsgerichten gegessen werden kann, ohne sich die Finger zu verbrennen oder zu verschmutzen.

Neben einem Göffel empfiehlt es sich noch ein scharfes (Multifunktions-) Messer mitzuführen. Es sei zu erwähnen, dass du im Outdoor-Alltag nicht besonders viele Funktionen eines Messers benutzen wirst.

Oft beschränkt sich der Einsatz darauf, Verpackungen zu öffnen oder ein Stück Käse abzuschneiden. Viele Outdoor-Abenteurer entscheiden sich daher für ein leichtes Klappmesser ohne viele weitere Funktionen.

Teller und Tassen

Wenn du vornehmlich alleine unterwegs bist und im Besitz eines Kochsystems bist, benötigst du in der Regel kein weiteres Geschirr. Der Topf dient als Teller und der Deckel von Systemkochern kann meist als Tasse umfunktioniert werden.

Möchtest oder kannst du nicht auf zusätzliches Geschirr in Form eines Tellers oder einer Tasse verzichten, gibt es mittlerweile eine sehr große Auswahl auf dem Markt.

Weniger ist mehr, lautet auch hier das Motto. Angefangen von leichten und robusten Titantellern- und Tassen bis hin zu falt- und klappbaren Varianten, die mit einem geringen Packmaß Punkten können.

Tipp: Wenn deine Wahl auf Kunststoff-Geschirr fällt, solltest du darauf achten, dass es BPA-Frei ist. So kannst du sicher sein, dass keine Weichmacher freigesetzt und mitverzehrt werden.

Outdoor Mahlzeit im Wald

Outdoor-Geschirr - Urheber: Outdor&Sports Company / Jetboil

Kochen in den Bergen - Urheber: Outdor&Sports Company / Jetboil

Trinkflaschen

Um den erforderlichen Bedarf an Flüssigkeit sicherzustellen, müssen Getränke mitgeführt werden.

Aluminium und Edelstahlflaschen sind sehr beliebt, da sie durch die Beschichtung im Inneren resistent gegen aggressive Fruchtsäure sind. Zudem sind sie sehr robust und langlebig.

Aus Gewichtsgründen sind aber auch Kunststoffflaschen sehr beliebt. Auch hier gilt es darauf zu achten, dass die Flaschen BPA-Frei sind.

Viele Wanderer oder Biker sind auch dazu übergegangen, handelsübliche PET-Flaschen für den Flüssigkeitstransport zu verwenden. Diese sind ebenfalls leicht im Vergleich zu Outdoor-Trinkflaschen recht günstig und zudem noch in sehr vielen Gegenden erhältlich.

Wenn es notwendig ist einmal mehr Wasser zu transportieren oder zu Lagern, sind sogenannte Faltkanister oder Faltflaschen die richtige Wahl bzw. eine gute Ergänzung zu herkömmlichen Wasserflaschen.

Die Faltkanister gibt es in verschiedenen Größen und Formen, und wenn sie nicht benötigt werden, können sie kompakt zusammengefaltet werden und fallen zudem kaum ins Gewicht.

Eine weitere Möglichkeit, Flüssigkeit zu transportieren, sind Trinkblasen, die im Rucksack oder in den Fahrradtaschen verstaut werden.

Mithilfe eines Schlauchs und eines Mundstückes kann so jederzeit getrunken werden, ohne dass dafür eine Pause stattfinden muss. Trinkblasen Systeme müssen jedoch regelmäßig gereinigt werden und sind oftmals schwerer als die PET oder Outdoor-Flaschen Lösung.

Tipp: Wenn du die Vorteile eines Trinkschlauches nutzen möchtest, aber keine Blase mitführen möchtest, gibt es spezielle Adaptersysteme. Diese Adapter machen es möglich, einen Trinkschlauch mit einer handelsüblichen PET-Flasche oder mit einer Faltflasche zu verwenden.

Wandern im Schnee

Urheber: Outdor&Sports Company / Jetboil

Aufbewahrung von Lebensmitteln

Bei der Aufbewahrung von Outdoor-Nahrung und Lebensmitteln soll es leicht und sicher zugehen. Die eingepackten Lebensmittel sollen nicht austreten können und so geschützt sein, dass sie möglichst lange haltbar sind.

Für alle eher „staubigen“ Lebensmittel wie Müsli, Nüsse, Milchpulver oder Gewürze eignen sich wiederverschließbar Gefrierbeutel (Ziplock) ideal.

Wenn du über ein entsprechendes Vakuumiergerät verfügst, kannst du die Lebensmittel alternativ auch selber luftdicht verpacken. So lassen sich sogar ganze Mahlzeiten portionsweise transportieren.

Tipp: Eine nachhaltige Alternative zu den herkömmlichen Plastikbeuteln sind waschbare und wiederverwendbare Zip-Beutel aus Silikon. Darüber hinaus gibt es mittlerweile einige Hersteller, die recycelbare Zip-Beutel aus nachhaltigen Rohstoffen anbieten.

Selbstgemachte Riegel, Brote, Brötchen, Käse oder Wurst können in umweltfreundliche Bienenwachstücher gewickelt werden. Bienenwachstücher sehen nicht nur schön aus, sie sind wiederverwendbar, aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und somit nachhaltig.

Eine weitere Möglichkeit, Plastikmüll zu vermeiden, sind Lebensmittelboxen. Solche Snack- der Brotdosen gibt es in den verschiedensten Größen und Materialien.

Edelstahl, Bambus oder Bio-Plastik sind robuste Alternativen zu Plastik-Beutel und Folie. Im Vergleich zu Zip-Beuteln oder vakuumierten Lebensmitteln haben solche Transportboxen jedoch ein höheres Gewicht. Auch das Packmaß kann nicht mit den Plastik-Alternativen mithalten.

Flüssigkeiten wie warme Getränke, Eintöpfe oder Suppen werden am besten in isolierten Weithalsflaschen oder in speziellen Essensbehältern mit Schraubverschluss aufbewahrt.

Fett- und ölhaltige Lebensmittel sollten nicht in herkömmlichen Trinkflaschen transportiert werden. Kunststoffe und Dichtungen können durch das Fett angegriffen werden. Das führt dauerhaft nicht nur zum Verschleiß der Trinkflasche, sondern kann auch dafür sorgen, dass im Plastik enthaltene Weichmacher in die Nahrungsmittel gelangen.

Auch über die Lagerung Vorort musst du dir Gedanken machen. Je nach Land und Gegend kann es passieren, dass durch den Geruch von Lebensmittel hungrige Tiere angelockt werden.

Lebensmittel sollten daher niemals offen gelagert werden und wenn möglich, gut verpackt mit ins Zelt genommen werden.

Solltest du in Ländern unterwegs sein, in denen es große Wildtiere wie etwa Bären gibt, gibt es zwei Möglichkeiten, dich vor ungebetenem Besuch zu schützen:

  • Gelten die Tiere als gefährlich, solltest du den verpackten Proviant mit ausreichend Abstand von deinem Lager deponieren. 60 bis 100 Meter Entfernung ist hier eine angemessene Distanz.
  • Sind die Tiere nicht zwangsläufig gefährlich, aber du möchtest deine Nahrung zuverlässig schützen, hängst du deine Lebensmittel am besten mit einem Seil an einen Baum – hierfür sind ein Seil und ein kleiner Sack als Gegen- und Wurfgewicht notwendig.
Bikepacking-Tour

Urheber: Geosmina

Reinigungsutensilien

Auch wenn es nicht zu den beliebtesten Disziplinen zählt, muss auch an den Abwasch der Küchenausrüstung gedacht werden. Die gute Nachricht lautet, – wenn du nur wenig dabeihast, musst du nur wenig abwaschen.

Auch wenn es naheliegend erschein, sollte auf einen Spülschwamm verzichtet werden. An Schwämmen und Tüchern bilden sich sehr schnell Bakterien, die schlimmstenfalls zu Magenproblemen führen können. Mit ein paar Tricks kommst du sogar ganz ohne Spülschwamm und Co. aus.

  • Klares Wasser ist bei leichten Verschmutzungen ausreichend. Mit Toilettenpapier oder einem Taschentuch nachwaschen und sauber ist der Topf.
  • Bei härteren Verschmutzungen kann mit etwas Sand oder auch Asche nachgeholfen werden. Die kleinen Partikel dienen als Scheuermittel und lösen so auch eingebrannte Rückstände.
  • Wenn Wasser knapp ist, kann die Reinigung mit Toilettenpapier oder Grasbüscheln eine Alternative sein.

Tipp:  Solltest du nicht auf Spülschwamm- oder Tuch verzichten möchte, achte darauf, dass diese regelmäßig ausgetauscht werden.

Beispiel Kochsysteme

Auch wenn es noch viel mehr zu diesem spannenden Thema zu schreiben gibt, endet der große Ratgeber für Outdoor-Sportler an dieser Stelle. Zu guter Letzt findet ihr nachfolgend noch 2 Beispiel Kochsysteme, die zeigen sollen, wie die Ausrüstung für eine Outdoor-Küche aussehen kann.

Leichte 1 Personen Küche

Das hier aufgeführte Kochsystem hat eine legt klaren Fokus auf Leichtigkeit und Pragmatismus. Es ist für Alleinreisende geeignet, die sich energiereich ernähren möchten, ohne dabei große Koch-Experimente in Angriff zu nehmen.

Tab.: 1-Personen Packliste - Kochausrüstung

Komfortable 2 Personen Outdoor-Küche

Wenn das Gewicht nicht oberste Priorität hat und es etwas komfortabler zugehen soll, dann ist das nachfolgende Set-up eventuell etwas für dich.

Die Ausrüstung ist für 2 Personen ausgelegt und konzentriert sich auf eine leichte Handhabung und etwas größere Portionen. Die Kochausrüstung kann während der Tour fair auf alle Teilnehmer aufgeteilt werden, so erzielt man eine gute Gewichtsverteilung.

Tab.: 2-Personen Packliste - Komfort-Kochausrüstung

Fazit

Eine gesunde Ernährung ist ein Thema, das alle Outdoor-Sportler dauerhaft begleitet und beschränkt sich nicht auf die intensive Zeit des Outdoor-Sports. Wer leistungsfähig sein will, braucht gesunde und energiereiche Nahrung, die dem Körper alle benötigten Nährstoffe liefert und ausreichend Flüssigkeit.

Bevor es endlich raus in die Natur geht, lohnt es sich, intensiv über die Ausrüstung und Verpflegung Gedanken zu machen.

Bereitest du deine Mahlzeiten zu Hause vor? Versorgst du dich unterwegs mit Lebensmittel-Nachschub oder setzt du ganz auf Trekkingnahrung?

Ebenso wie diese Fragen spielen die Gegend und die Witterungsverhältnisse eine große Rolle bei der Planung der Outdoor-Nahrung.

Wer draußen kocht, muss nicht zwangsläufig auf Genuss und Freude am Essen verzichten. Es gibt viele einfache und leckere Rezepte, die speziell für das Outdoor-Kochen kreiert wurden.

Mit etwas Vorbereitung kann dein nächstes Outdoor-Abenteuer auch zu einer kulinarischen Reise werden.

 

Bon Voyage!

Literaturempfehlungen:

 

Urheber Titelbild: Outdor&Sports Company / Jetboil

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